Red Bull ganz klein – Elefanten Safari im Kuiburi Nationalpark

Die wenigsten Touristen haben eine Elefanten Safari im Kuiburi Nationalpark ins Visier genommen. Auch bei den in Thailand lebenden Ausländern ist der Nationalpark recht unbekannt. Zu Unrecht! Der Nationalpark bietet genau das, was vermeintlich so viele suchen: Authentische Naturerlebnisse. Begegnungen mit Elefanten in ihrer natürlichen Umgebung.

Die Anfänge des Kuiburi Nationalparks

Das es die Möglichkeit gibt, eine Elefanten Safari im Kuiburi Nationalpark zu unternehmen verdanken wir dem König Thailands. Der Kuiburi Nationalpark wurde 1999, auf eine Initiative Bhumibol Adulyadejs hin, ausgewiesen.

Vom König wird auch gesagt, dass er die ersten Jahre die Entwicklung des Parks persönlich überwacht hat. Von seiner nahegelegenen Sommerresidenz in Hua Hin, hat er sich von der Thai Luftwaffe, des öfteren über den Park fliegen lassen, um sich so ein Bild zu machen.

Der Park ist auch über seinen Tod hinaus mit Rama IV verbunden. 4 bereits abgestorbene, aber noch stehende Adlerholzbäume (Agar Wood Trees), wurden aus den Beständen des Nationalparks ausgewählt und in einer feierlichen Prozedur gefällt. Derzeit wird aus ihnen das Grabmal geschreinert, in dem die sterblichen Überreste des Königs Ende des Jahres in Bangkok verbrannt werden sollen.




Der Park beherbergt die größte Gaur Population Thailands.

Der Gaur (Bos gaurus), ist der größte lebende Vertreter der Rinder. Ein Gaurbulle erreicht eine Kopfrumpflänge von 3,30 m, eine Körperhöhe von bis zu 2,20 m und ein Gewicht von über einer Tonne.
Dieses mächtige Tier ist mittlerweile weltweit bekannt – als Logo der gleichnamigen Energy-Drink Marke Red Bull.
In Thailand ist der Gaur als Krating Daeng (Thai: กระทิงแดง) bekannt, was auf deutsch mit „roter Gaur“ übersetzt wird – oder eben englisch „Red Bull“. In den 70er Jahren, von dem thailändischen Unternehmer Chaleo Yovidhya gegründet, ist der Energy-Drink, und mit ihm das Konterfei des Bullen, zu globaler Berühmtheit gelangt.

Gaur im Kuiburi Nationalpark ThailandExperten vermuten, dass die Gaur aus dem im nahen Myanmar gelegenen Lenya Nationalpark eingewandert sind. Die Population hat 2013 durch eine mysteriöse Todeswelle rapide abgenommen. Innerhalb kürzester Zeit wurden 24 Gaur tot aufgefunden. Der Nationalpark wurde damals für 8 Monate geschlossen, da man befürchtete die gesamte Population zu verlieren. In klinischen Tests konnte nachgewiesen werden das der Auslöser des Massensterbens ein bakterieller Infekt war. Am naheliegendsten dürfte die These sein, dass es sich um eine, durch domestizierte Milchkühe eingeschleppte Krankheit gehandelt hat.

Die Population hat sich in den letzten Jahren zum Glück wieder erholt und es befinden sich wieder etwa 100 Exemplare der Roten Bullen im Park.



Red Bull wird ganz klein, wenn er neben einem Elefanten steht

So imposant ein Gaur auch sein mag, im Vergleich zum Asiatischen Elefanten ist er ein Zwerg – die Elefanten erreichen eine Schulterhöhe von 2–3,50 m und ein Gewicht von 2.000–5.500 kg.

Elefant aus der Naehe Elefanten Safari Kuiburi Nationalpark Thailand
Die Elefanten-Bullen sind meist alleine unterwegs

In Kui Buri kann man sich davon mit eigenen Augen überzeugen. Mit etwas Glück wird man die beiden auf den selben Wiesen fressen sehen.
Man muss schon großes Pech haben, keinen der mehr als 300 Elefanten zu sehen. Ich habe bei all meinen Besuchen immer mindestens 10 zu sehen bekommen.

Es ist ein einzigartiges Erlebnis, diese grauen Rießen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Jeder der das einmal erlebt, in Zukunft und einen weiten Bogen um sämtliche Kommerzielle Unternehmungen mit Elefanten machen. In dem Artikel „ELEFANTEN REITEN IN THAILAND – MUSS DAS SEIN?“, setze ich mich mit dieser Thematik kritisch auseinander.

Wie hinkommen?

Der Park befindet sich in der Provinz Prachuap Khiri Khan. Am einfachsten ist die Anreise vom der Provinzhauptstadt, die den selben Namen trägt oder von Hua Hin aus. Von beiden Orten gibt es Minivans und Taxis, die einen an den Park Eingang bringen können.

Der Park selbst kann nur mit, durch die Parkverwaltung bereitgestellten Pick-Up Trucks und in Begleitung eines ortsansässigen Guides betreten werden werden. Zu Fuss wäre es zu gefährlich. Sie werdem die meiste Zeit auf der Ladefläche des Fahrzeugs verbringen. Aber keine Angst, es gibt Bänke, wenn auch nicht der komfortabelsten Art.

Diese Safari ist für alle geeignet, die sich eine holprige Fahrt auf der Ladefläche eines Trucks zutrauen. Es sind auch immer genügend hilfreiche Hände zur Stelle, wenn es darum geht Hilfestellung beim Auf- und Absteigen zu leisten.

Tipp: Bringen sie ihr eigenes Fernglas mit! Im Nationalpark gibt es keine auszuleihen. (Falls einer meiner Leser bei ZEISS, Optolyth oder einem anderen Hersteller arbeitet – ich würde liebend gerne eine Kooperation anschieben!)

Eine lobenswerte Besonderheit im Kuiburi Nationalpark sind die Guides und die Fahrer.

Sie alle sind Ortsansässige und meist auch Mitglieder im Kuiburi Wildlife Ecotourism Club. Von örtlichen Unternehmen gefördert, und vom WWF initiiert, findet hier echtes Teilhaben der Einheimischen an den touristischen Aktivitäten statt. Die Guides stammen, ebenso wie die Fahrer, aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Parks. Ihre Eltern waren noch überzeugte Gegner des Parks, da die Elefanten ihren Feldern regelmäßig Besuche abstatteten und viele Ihre Besitzungen innerhalb des heutigen Parks aufgeben mussten.

Abwechselnd darf jeder registrierte Guide einen Tag im Park arbeiten. Das gleiche gilt für die Fahrer. Jeder bringt sein eigenes Fahrzeug mit, dementsprechend vorsichtig wird auch gefahren.




So profitiert wirklich jeder vom Park – und man merkt allen Beteiligten die Begeisterung, mit der sie zur Sache gehen, an! Ein kleiner Nachteil ist, dass die wenigsten der Guides richtig gutes Englisch sprechen. Wer auf Nummer sicher gehen, und unbedingt detaillierte Informationen bekommen will, sollte einen Tourguide aus Hua Hin oder Prachuap mitbringen. Die local Guides und Fahrer werden auf jeden Fall mit an Bord sein. Sie müssen mit dem Eintrittsticket in den Park gebucht werden.

Kui Buri Nationalpark Thailand
Einer der Aussichtspunkte im Park.

Besonderes Highlight ist die Aussicht auf den Urwald an den Hängen und auf den Bergen. Ein seltener Anblick in dieser Gegend Thailands. Die Vorstellung sich am Rand eines Urwalds zu befinden, der sich über hunderte von Kilometern nach Norden erstreckt ist überwältigend.

Die letzte Tiegersichtung im Kuiburi Nationalpark liegt zwar einige Jahre zurück, es gilt aber als gesichert, dass es im angrenzenden Leyna Nationalpark noch eine intakte Population gibt gibt – und wer weiß, vielleicht bekommen Sie j auch einen zu sehen…

 

Der perfekte Tagesausflug: Elefantensafari im Kuiburi Nationalpark

Wer Elefanten in freier Natur erleben will, sollte einen Besuch des Parks ganz nach oben auf seine To-Do-Liste setzen. Ein einzigartiges Erlebnis, das für immer in ihrer Erinnerung bleiben wird.
Öffnungszeiten: Ab 14 Uhr besteht die Chance Elefanten zu sehen. Davor suchen sie Schutz vor der Hitze und sind tiefer im Dschungel. Der Park schließt um 18 Uhr.
Eintrittsgebühr: Erwachsene 200 Baht, Kinder 100 Baht – dazu kommt der obligatorische Pick-Up Truck plus Guide: 850 Baht (bis zu 8 Personen)

 

Der Dank für die Bilder und das Copyright gebühren  dem Vorsitzenden des Kui Buri Nature Clubs, Khun ธนศิษฐ์ พิบูลย์วัฒนากร , der ausdrücklich grüssen lässt und sich auf viele naturbegeisterte Besucher aus Europa freut!

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